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Die Welt vernetzt sich: die neuesten Technik-Trends auf der IFA

Nach einer Veranstaltung in deutlich kleinerem Rahmen im Jahr 2020 und einem vollständigen Ausfall im vergangenen Jahr konnte die traditionsreiche Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin nun wieder in größerem Umfang ohne Auflagen stattfinden. Obwohl einige asiatische Hersteller aufgrund von pandemiebedingten Beschränkungen nicht anreisen und vor Ort sein konnten, präsentierten 1100 Aussteller ihre Produkte auf dem Messegelände am Funkturm. Mit mehr als 161.000 Gästen, die das Event Anfang September besuchten, kann die diesjährige Auflage als Erfolg gewertet werden.

Die Technik wird immer vernetzter

Bei den vorgestellten Innovationen zeichneten sich ein paar deutliche technische Entwicklungen ab. Dazu gehören vor allem vernetzte Geräte im Haushalt, Sprachsteuerung und Künstliche Intelligenz (KI). Die Ankündigung einer Kooperation ließ die Fachwelt aufhorchen: Meta, der Konzern hinter dem Netzwerk Facebook, beteiligt sich auch an der Produktion von Brillen zur Erschaffung einer virtuellen Realität und arbeitet dafür eng mit dem Chipkonzern Qualcomm zusammen, wie dessen Geschäftsführer Cristiano Amon auf der IFA bekannt gab. Die Technologie von Qualcomm befindet sich bereits etwa in der VR-Brille Quest 2. Zudem umfasst sie auch Modem-Chips, durch die sich Smartphones mit dem Mobilfunk-Netz verbinden können, sowie die Hauptprozessoren für viele Telefone mit dem Google-Betriebssystem Android.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Fokus

Das gesellschaftliche Bewusstsein für einen umweltschonende Nutzung von Ressourcen und Technik spiegelte sich auch in den auf der IFA präsentierten Produkten wider, zu denen unter anderem wassersparende Waschmaschinen gehörten. Diesen Aspekt betonte auch Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, die auf der IFA zu Gast war. Die Zukunft der Ausstellung ist in manchen Punkten noch ungewiss. Für das kommende Jahr steht die Planung fest, zum 100-jährigen Jubiläum 2024 werden noch Verhandlungen geführt. Franziska Giffey erklärte, die Ausstellung solle in der Hauptstadt bleiben. Martin Ecknig, Chef der Messe Berlin, zeigte sich zuversichtlich, dass die IFA in voller Stärke zurückkommen werde.

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KUNST / KULTUR

Mit KI Kunst kreieren: Eine neue Dimension der Kreativität

Die Digitalisierung schreitet voran und die Künstliche Intelligenz (KI) nimmt in unserem Leben einen immer größeren Raum ein und entwickelt sich schnell weiter. Dies betrifft neben vielen anderen Bereichen auch das kreative menschliche Schaffen. Wie dieser Einfluss konkret aussieht, zeigt die Ausstellung „MACHINES VS. HUMAN ART“ vom 15.09. bis zum 01.10. im POP KDM, dem ehemaligen Platoon, auf dem Kurfürstendamm. Hier wird eines der aktuell meistdiskutierten Themen der Kunstwelt beleuchtet: die artificial intelligence art (AI Art).

Ende der Kreativität oder neue Chance für die Kunst?

Diese neuen Entwicklungen sind nicht unumstritten, auch unter den Künstlern und Künstlerinnen scheiden sich hieran die Geister. Die Möglichkeit, mithilfe neuronaler Netzwerke auf Knopfdruck Kunstwerke erschaffen zu können, wirkt auf manche durchaus einschüchternd und wird dementsprechend kontrovers betrachtet. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die bereits bestehenden Möglichkeiten der Digitalkunst. Im Mittelpunkt stehen dabei 24 Kunstwerke, die teils von Plattformen wie  DALL-E, Midjourney, Disco Diffusion oder Stable Diffusion ins Leben gerufen wurden.

Die Besucher können sich ihr eigenes Bild machen

Die Gäste können sich nicht nur an der Kunst erfreuen, sondern auch selbst aktiv werden und sich auf spannende Weise mit den Werken auseinandersetzen: Welche der Ausstellungsstücke mittels KI hergestellt wurde und welche klassische Concept Art sind, wird nämlich zunächst nicht verraten. Am Eingang erhalten die Besucher eine Karte, auf der sie selbst ihre Einschätzung festhalten können, ob es sich um ein von einem Menschen kreiertes oder doch ein maschinell hergestelltes Kunstwerk handelt. Mitdenken und sich beteiligen ist also ausdrücklich erwünscht: Lässt sich der Unterschied erkennen? Zusätzliche Informationen und Orientierung liefert ein Audioguide. In einer Panel-Diskussion unter dem Motto „Blind Mirrors – das menschliche Ringen der KI in der Kunst“ am 21.09. haben die Teilnehmer und Zuhörer die Gelegenheit, noch tiefer in die Thematik einzutauchen. Hier werden unter anderem der Zukunftsforscher für KI Bernd Flessner, der Emmy-Preisträger im Bereich „Concept and KI Art“ Tobias Mannewitz sowie die Urheberrechts-Juristin im Bereich KI Anne Müller mit dabei sein und einen Einblick in die neuesten Trend und Einsatzgebiete geben. 

Ausstellung „MACHINES VS. HUMAN ART“

15.09.-01.10.

POP KUDAMM
Kurfürstendamm 229
10719 Berlin
www.popkudamm.berlin

hello@popkudamm.berlin

www.facebook.com/popkudamm

www.instagram.com/popkudamm

Ausstellung „MACHINES VS. HUMAN ART“

15.09.-01.10.

Mittwoch – Samstag, 12 – 20 Uhr

POP KUDAMM
Kurfürstendamm 229
10719 Berlin

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KUNST / KULTUR

Das Lollapalooza-Festival rockt wieder Berlin

Mit vielen Stars kehrt das beliebte Lollapalooza-Festival wieder nach Berlin zurück. Am 24 und 25. September steigt das Event im Olympiastadion und im Olympiapark. Viele Künstler wollten sich einen Auftritt dort nicht entgehen lassen: Als Headliner sind die Kölner Band AnnenMayKantereit und die Berliner Lokalmatadoren von Seeed mit dabei. Auch internationale Musiker wie Machine Gun Kelly , Paolo Nutini und Anne-Marie haben sich angekündigt. Das Publikum erwartet eine bunte und abwechslungsreiche Sound-Mischung, die von Hip-Hop, etwa mit den Fantastischen Vier und Casper, über Pop bis zu Rock reichen.

 

Ein Erlebnis für Groß und Klein

Dank des breit aufgestellten Line-ups des Festivals, das für jeden Musikgeschmack etwas zu bieten hat, ist es auch nicht überraschend, dass das Lollapalooza regelmäßig tausende Besucher anzieht. Das Konzertereignis ist bereits in vielen Ländern erfolgreich, 2015 fand es zum ersten Mal in der deutschen Hauptstadt, auf dem Tempelhofer Feld, statt. Nach Stationen im Treptower Park und auf der Rennbahn Hoppegarten bildet nun das Olympiastadion die Kulisse für das Konzert. Es bietet außerdem den Rahmen für weitere Veranstaltungen wie das „Fashionpalooza“. Für die jüngsten Musikfans ist beim „Kidzapalooza“ für beste Unterhaltung gesorgt. Weitere Informationen zum Programm und den Acts findet ihr auf www.lollapaloozade.com.

 

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BUSINESS

Das höchste Glück der Erde für Pferdefreunde

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Das höchste Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, heißt es in einem Sprichwort. Um diese Vorstellung für Tier und Reiter wahr werden zu lassen, bietet das Unternehmen „Nafilia“ das passende Zubehör an. Im Mittelpunkt steht dabei der respektvolle Umgang mit den Pferden und der Umwelt. Im Sortiment finden sich hochwertige, nachhaltig produzierte Halfter, Zaumzeuge und Reitstiefel. Sowohl bei der Fertigung als auch bei den verwendeten Materialien hebt sich „Nafilia“ von anderem Reitequipment auf dem Markt ab.

Tierfreundliche und innovative Produktion

Für die Herstellung der Waren werden nachwachsende Rohstoffe und recycelte Materialien verwendet. Dabei handelt es sich etwa um Hanf, Ananasblattfasern, sowie aus einem Kaktus oder Traubenresten aus der Weinherstellung gewonnene Stoffe. So will „Nafilia“ an seiner Mission arbeiten, die Vorstellung einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Welt umzusetzen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch der vegane Fertigungsprozess ohne Tierversuche. Gemäß dem ethischen Anspruch des Unternehmens an seine eigene Geschäftspraxis bestimmt der Maßstab der Nachhaltigkeit den gesamten Prozess:  von der Produktion über die Anwendung bis hin zum Vertrieb. Ein Beispiel für diese nachhaltige Produktionskette ist die Kooperation mit dem mexikanischen Startup Desserto: Durch das Auftragen von Fasern des Nopalkaktus auf Baumwolle entsteht vegetatives Leder, das im Unterschied zu etwa Kunstleder atmungsaktiv ist. Daraus werden dann unter anderem Reitstiefel und Halfter hergestellt.  

Für eine lebenswerte Zukunft für Mensch und Tier

Mithilfe der innovativen Herstellungsverfahren möchte „Nafilia“ einen umweltbewussten Designprozess schaffen, bei der die Art und Weise der Produktion genauso im Fokus steht wie das Ergebnis. Die so entstandenen Produkte sind das Resultat einer intensiven Suche nach nachhaltigen Alternativen zu bereits vorhandenen Waren. Besonders großer Wert wird auch auf das Vermeiden von Tierleid gelegt. Auf diese Weise sollen alte Handwerkstraditionen mit einem ökologischen Ansatz kombiniert werden. Mit diesem einzigartigen Konzept will „Nafilia“ Lösungen für die Herausforderungen unserer modernen Gesellschaft entwickeln und seinen Teil zu einer positiven Veränderung beitragen.

Titelfoto: Gina Wetzler

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KUNST / KULTUR

Illutrationen von Brian Stauffer in der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Mit Bildern den Mächtigen die Wahrheit sagen

Noch bis zum 26. August präsentiert die Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin eine Werkschau des in Arizona geborenen amerikanischen Künstlers und Illustrators Brian Stauffer. Seit Mitte der 1990er-Jahre ist Stauffer für seine intelligenten und oftmals satirischen Titelbilder bekannt, die von Zeitschriften wie Rolling Stone, Time Magazine, The Nation, Village Voice, The New Yorker und in Deutschland auch vom Spiegel (zuletzt in der Ausgabe vom 11. März 2022, Titelseite) und der Zeit gedruckt wurden.

Jüngst hat er sich insbesondere mit dem Krieg in der Ukraine beschäftigt. Um die Welt ging auch seine Illustration des damaligen US-Präsidenten Donald Trump mit weit aufgerissenem Mund, der eine medizinische Maske über die Augen gespannt trägt. Damit nimmt Stauffer Bezug auf den fragwürdigen Umgang der Trump-Administration mit der Corona-Pandemie, die immer wieder fälschlich behauptete, das Virus sei unter Kontrolle und werde von selbst verschwinden. Zur Macht seiner Kunst sagt Stauffer: „Ich liebe das Potenzial von Bildern, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen. Es ist sehr befriedigend, korrupte und unmenschliche Handlungen oder Maßnahmen in der Politik in einem Bild offenzulegen. Mich reizt es, Machtmissbrauch, Rassismus und Intoleranz zu ergründen.“ Stauffers Arbeiten behandeln häufig brisante soziale und gesellschaftliche Themen. Stauffers Bilder sind Teil der ständigen Sammlungen von The Wolfsonian, Museum of the Society of Illustrators in New York, The American Institute of Graphics Artists, Newseum of Washington D.C. und The Art Directors Club of New York.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung zeigt Stauffers Arbeiten erstmals in Deutschland. Die Ausstellung präsentiert 48 Exponate im Gebäude der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin, Straße der Pariser Kommune 8A. Zu sehen ist sie dort bis zum 26. August während der regulären Öffnungszeiten der Stiftung, der Eintritt ist frei.

Titelbild: Brian Stauffer (re.) mit Dr. Axel Gehring, Institut für Gesellschaftsanalyse an der Rosa Luxemburg Stiftung, Referent für Außen-, Friedens- und Sicherheitspolitik.Foto: Cetin Yaman

Fotos und Text: Cetin Yaman

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Regional Hero unterstützt lokale Helden

Regional Hero unterstützt lokale Helden:innen

Schwere Zeiten liegen hinter den Einzelhändlern und niemand weiß, was die Zukunft bringt. Corona hat ganze Branchen durcheinandergewirbelt und die Umsätze der meisten Shops gingen in den Keller. Während jeder die Wehklagen der großen Player in diesem Bereich mitbekommt, werden die kleinen regionalen Shops oft vergessen. Diese müssen oftmals mit einem minimalen Budget haushalten und dennoch ihren Verpflichtungen nachkommen. Unzählige charmante Läden sind in Berlin zu finden, aber in vielen Fällen haben bisher weder Einheimische noch Touristen von deren Existenz Kenntnis erlangt. Durch die Pandemie hat sich die Lage noch einmal verschärft und es ist schade, dass diese mit großer Leidenschaft geführten Läden immer mehr in Vergessenheit geraten. Dieser Entwicklung muss ein Ende gesetzt werden und dabei kommt Regional Hero ins Spiel. 

Wie funktioniert Regional Hero?

Wer den regionalen Handel unterstützen möchte, der kann mittels der Regional Hero App oder der City-Card Berlin aktiv werden. Einfach Guthaben aufladen und völlig unkompliziert in den regionalen Geschäften shoppen. Regional Hero soll dafür sorgen, dass die Vielfalt in den Städten gewahrt bleibt. So haben auch kleinere Läden die Chance, gut durch die Pandemie zu kommen und im besten Falle sogar neue Stammkunden zu gewinnen. Die Qualität der regionalen Produkte liegt nämlich weit über der, die im Massenmarkt angeboten wird. Damit wird der einfache Einkauf zur Reise durch die Stadt und Shopping wieder zum Erlebnis. Die Käufer:innen dringen in völlig neue Dimensionen des Shoppings vor und entdecken Berlin auf eine ganz andere Weise.

Wie die Idee entstand

Hinter der Regional Hero GmbH stecken die Gründer Pascal Schreiber und Gregor Arndt. Diese haben es sich zur Aufgabe gemacht, der Homogenität in den Innenstädten entgegenzuwirken. Die Einzigartigkeit der Regionen soll durch ihre Idee gewahrt werden. Das Unternehmen ist aus der Non-Profit-Plattform Helfen.Berlin hervorgegangen, die während des Corona-Lockdowns Gutscheine für Cafès, Restaurants und kleinere Geschäfte verkaufte. Regional Hero gewann bereits in der Sonderkategorie den Innovationspreis Berlin Brandenburg 2020 und den Berliner Unternehmenspreis 2021. Zudem erreichten sie beim deutschlandweiten  Innovationswettbewerb der Sparkassen von über 70 Teilnehmenden den zweiten Platz. Die Idee kommt also an und eine Umfrage des Berliner Instituts für Innovationsforschung zum Thema „Regionaler Konsum“ vom November/Dezember 2021 unterstreicht die Entwicklung. Dabei gaben über 70 Prozent der deutschen Konsument:innen an, dass sie in einer „idealen Welt“ häufiger in regionalen Läden einkaufen wollen und sich ein diverseres Stadtbild wünschen würden. Regional Hero packt an und jeder kann mit dem Kauf von Gutscheinen für die regionalen Geschäfte seinen Teil dazu beitragen, die Vielfalt der Innenstädte zu bewahren.

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BEAUTY / STYLE Kolumne-Katrin

Demnächst regelmäßig in der CityGlow: Katrin Wrobel

Im Jahr 2002 wurde sie Miss Germany, danach startete sie als Moderatorin, Schauspielerin und Model erfolgreich durch. Katrin Wrobel hat aber auch noch eine ganz andere Seite: egal ob backen, kochen, stricken oder lesen – „irgendwie bin ich immer am fummeln“, sagt die 44-Jährige über sich selbst. Auf ihrem Blog katrin-backt.de findet man unzählige Rezepte. Von Blechkuchen über Cupcakes und Windbeutel bis hin zu Brot und Brötchen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Das Besondere daran: Katrin hat auch diverse glutenfreie und lactosefreie Rezepte im Repertoire, die jeder schnell und einfach nachbacken kann.

Liebe Katrin, in Zukunft wirst du deine lactose- und glutenfreien Rezepte auch in der CityGlow veröffentlichen, woher nimmst du die Inspiration für immer neue Backideen?

Zunächst freue ich mich auf die CityGlow , das Team und die Leser.  Ideen zu Rezepten werden aus geschmacklicher Neugierde geboren. Durch die kleine Einschränkung meiner Glutensensibilität und der Laktoseintoleranz möchte ich auch beim Nachtisch oder Kaffeekränzchen auf nichts verzichten. Ergo experimentiere ich so lange an Rezepten, bis diese funktionieren und schmecken, heraus kommen also kleine feine Köstlichkeiten, die nicht zu süß oder mächtig sind und dennoch eine Wohltat für den Gaumen und schnell gegessen sind.

Wie bist du auf die Idee gekommen, auch mal ohne Gluten und Lactose zu backen?

Ich bin laktoseintolerant, und noch vor einigen Jahren war das Angebot an laktosefreien Produkten oder Alternativen recht überschaubar. Damals musste ich auf so Einiges verzichten. Heute ist die Bandbreite an laktosefreien Produkten vielfältiger. Nun kam vor einigen Jahren die Glutensensiblität hinzu und zack ging das Gefummel nach schmeckenden Rezepten wieder los. Ich möchte mit meinen Rezepten Einsteigern in diese Backwelt Mut machen, Gluten- und laktosefrei bedeutet nicht geschmacksfrei.

Auf deinem Blog schreibst du selber, dass viele Mehlersatzprodukte nicht schmecken. Wie hast du herausgefunden, welche Produkte dann doch ganz gut funktionieren?

Sie schmecken nicht, weil der Anteil an Maisstärke, Maismehl oder Reismehl sehr hoch oder der Hauptbestandteil ist. Das schmeckt nun mal nach nichts, ist aber ein preiswerter Füllstoff.

Mittlerweile gibt es in Deutschland einige Firmen, die zusätzlich zum Beispiel Buchweizenmehl, Kastanienmehl oder Goldhirsemehl als Geschmacksträger in diese fertigen Mehlmischungen einbinden. Das schmeckt dann am Ende wirklich gut, je nach Rezept 😉

Welches Rezept empfiehlst du absoluten Backanfängern als Einstieg?

Kommt darauf an, worauf die Person Appetit hat. Bei mir steht derzeit hoch im Kurs „Bananen Käsekuchen“, ein Rezept welches schnell und unkompliziert umgesetzt werden kann und ganz ohne Mehl auskommt. Kleiner Tipp: wenn die kleinen Kuchen aus dem Ofen kommen, kurz abkühlen lassen, mit Karamellsoße übergießen, dazu eine Kugel Vanilleeis mit einer Prise Zimt.  Kleine Geschmacksexplosion 😉

Und welches den ganz ungeduldigen Hektikern in der Küche?

Oha, Hektik in der Küche führt meiner Erfahrung nach zu Unfällen, und das Ergebnis wird dann meist nicht wie gewünscht. Aber jeder kennt es, Dingdong und es steht spontan Besuch an. Für solche Notfälle empfehle ich einen Klassiker – Marmorkuchen. Ist fix angerührt und schmeckt immer 

Wenn du zu Hause tatsächlich so viel backst wie Rezepte auf deinem Blog zu finden sind … Wer isst das alles auf?

Mit den Jahren habe ich dazu gelernt und backe nicht mehr wie früher mit meiner Oma zusammen riesige Mengen an Kuchen, sondern Anlass- und Appetit-bezogen. Will heißen, wenn der Kuchen „nur“ für uns ist (meinen Mann und unsere Tochter), dann backe ich mit kleinen Formen. Somit bleibt nichts übrig, und es wird auch nichts weggeschmissen. Kündigt sich Besuch an, dann kommen die größeren Backformen ab 26 cm Durchmesser oder Backbleche zum Einsatz. Sollte dann etwas übrigbleiben, wird der Kuchen entweder eingefroren oder dem Gast mitgegeben.

Auf welche Projekte, außerhalb der Küche, freust du dich in diesem Jahr?

Ich freue mich auf neue Kooperationen mit dem Backblog, dass ich wieder auf Firmenveranstaltungen moderieren darf (Live und digital) und auf eine schöne Zeit mit der CityGlow.

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Kolumne-Inga

Falsche Freunde

Die Begegnungen mit anderen Menschen sind nicht immer positiv. Jeder von uns hat diese Erfahrung gemacht und Freundschaften geführt, die einem unterm Strich eher „Schaden“ als „Nutzen“ gebracht haben. Diese Menschen kann man mit dem berühmten „Wolf im Schafspelz“ vergleichen. Sie heucheln einem anderen Menschen Freundschaft, Loyalität und Respekt vor. In Wirklichkeit ist jedoch eher das Gegenteil der Fall. Statt zusammenzuhalten, werden Gerüchte geglaubt oder gar noch verbreitet. Es dauert oft eine Zeit, bis man „das wahre Gesicht“ mancher Menschen erkennt. Denn die meisten Personen gehen im Grunde erstmal von dem Guten im Menschen aus. Wer langjährige Freundschaften führt, der weiß von der Bedeutsamkeit des „Geben und Nehmens“. Man weiß, dass man viel in eine Freundschaft investiert, da diese eine wichtige und wertvolle Konstante im Leben darstellt. So stellt es im ersten Moment kein Problem dar, zu helfen und der anderen Person den ein oder anderen Gefallen zu tun. Man geht gemeinsam essen- natürlich lädt man seinen Gegenüber gerne ein. Ein Umzug oder eine Renovierung steht an? Natürlich ist man dabei und hilft, wo man kann. Doch irgendwann kommt ein komisches Gefühl auf. Denn während man selbst hilft, gibt und konstant für die andere Person da ist, so erweist sich „der Freund“ eher als eine Art Nutznießer. Freunde können nämlich unheimlich praktisch sein, insbesondere wenn diese über Fähigkeiten verfügen, die man selbst nicht besitzt oder wofür die eigene Motivation einfach nicht ausreicht. Eine willkommene Entlastung im Alltag so ein Kumpel.

Woran man falsche Freunde gut erkennen kann, ist Neid. Ein Mensch, der einen wirklich mag und respektiert, dieser ist nicht neidisch. Im Gegenteil: Man freut sich gegenseitig füreinander. Falsche Freunde dagegen können es nicht ertragen, dass sein Gegenüber etwas besitzt, was er selbst nicht hat. Das hat etwas mit der Persönlichkeitsstruktur dieser Menschen zu tun. Neid entsteht immer dann, wenn Menschen sich mit anderen vergleichen. Neid basiert aus einer Mischung von Minderwertigkeitsgefühlen, Feindseligkeit und Ärger. Der Vergleich mit anderen Menschen dient der Person eigentlich zur Selbstwerterhöhung. Doch es gibt nun mal Menschen, die einem selbst auf den ersten Blick überlegen sind. Der Erfolg anderer schürt in dem von Minderwertigkeitskomplexen geplagten Menschen unangenehme Gefühle und konfrontiert diesen damit, dass er nun mal nicht „der Größte“ ist. Neidische Menschen erkennt man daran, dass sie Erfolge anderer Leute kleinreden. Denn andere Personen haben „nur Glück“ und „gute Ausgangsmöglichkeiten“ und dadurch Erfolg. Der Einzige, der wirklich etwas leistet, ist die eigene Person. Erkennt man diese Charaktereigenschaft bei einem „Freund“ sollte man wachsam bleiben. Denn solche Personen neigen dazu, einem die eigenen Erfolge und Errungenschaft kleinzureden. Mehr noch, sie versuchen auch ihre Freunde auszubremsen. Denn ihr Selbstbild wird durch erfolgreiche Menschen in ihrer Umgebung erschüttert. Sich mit dem anderen über seine Erfolge freuen? Fehlanzeige…. Ein weiteres wichtiges Indiz für falsche Freunde ist, dass sie für Hilfe immer eine Gegenleistung einfordern. In diesem Fall sollte man vorsichtig sein. Auch ständiges Lästern über andere Personen im Bekanntenkreis ist ein Warnsignal. Denn wer ständig über Dritte herzieht, der lässt bestimmt auch an mir kein gutes Haar- natürlich sobald man selbst den Raum verlassen hat. Von den eigenen besonderen Fähigkeiten möchte ein falscher Freund profitieren. Fahren sie ein großes Auto? Besitzen Sie ein schönes Haus? Der falsche Freund sonnt sich gerne in ihrem Licht und genießt die Vorzüge, die sie ihm bieten können.

Die Erkenntnis viel Zeit in eine falsche Freundschaft investiert zu haben, dauert oft eine Zeit. Wichtig ist es, auf sich selbst aufzupassen und sich Grenzen zu setzen. Denn nur ein stabiles Selbstbewusstsein und die Verfolgung der eigenen Werte geben uns die Kraft, uns von toxischen Freundschaften zu lösen und diese zu beenden.

Foto: @adobe/stock-byswat

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Kolumne-Inga

In der Krise… Die Auswirkungen einer Pandemie

Sollte nicht durch die Impfung alles besser werden? Sollte die Pandemie nicht endlich besiegt sein? Der Unmut in der Bevölkerung wächst. Tagtäglich erscheinen Berichte über Proteste gegen die Corona-Maßnahmen und die Radikalisierung der Impfgegner. Auf der einen Seite erschreckend. Insbesondere, da radikale Bevölkerungsgruppen immer mehr neue Mitglieder gewinnen. Gerade in den neuen Bundesländern zeigt sich eine deutliche Radikalisierung und ein Zulauf für rechte Strukturen. Doch warum neigen Menschen in Zeiten der Krise zur Radikalisierung? Eine mögliche Erklärung liefert die Unsicherheits- Identitätstheorie. Der Theorie nach neigen Menschen beim Verspüren von Unsicherheit zur Radikalisierung und zur Unterstützung von extremen Gruppierungen, da sie sich in ihrem Selbstverständnis und in ihren Werten bedroht fühlen. Das Ziel dabei ist es, die verspürte Unsicherheit zu reduzieren oder auch der Wut und dem Ungerechtigkeitsempfinden entgegenzuwirken. Es ist eigentlich logisch, dass gerade in diesen Zeiten extreme Gruppierungen an Zuwachs gewinnen. Denn diese kritisieren das System und liefern plausible und „angenehme“ Antworten auf die Probleme der Menschen. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Menschen die Pandemie sehr hart getroffen hat- und immer noch trifft. Eine Familie zu ernähren ist bei den immer weiter steigenden Kosten für die Grundexistenz heutzutage nicht einfach. Nicht zu selten, ist jeder einzelne Euro verplant. Der Fall in die Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit bedeutet für viele Menschen den sozialen Absturz. Einige Branchen sind seit vielen Monaten so stark belastet und eingeschränkt, dass es vielen Betroffenen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Ich denke insbesondere an die Künstler, Gastonomen, Veranstalter und Solo- Selbstständigen, die Tag für Tag kämpfen und ihr Lebenswerk vor sich in Scherben liegen sehen. Die Angst um die Existenz ist quälend und zermürbend.

Gerade in den neuen Bundesländern ist der Unmut seit Jahren sehr hoch. Deutlich schlechtere wirtschaftliche Strukturen, niedrigere Löhne, geringere Rentenansprüche und eine hohe Arbeitslosigkeit sind der Nährboden für Unsicherheit und Unzufriedenheit in diesen Regionen. Und nun auch noch diese langandauernde Krise und politische Vertreter, die mit oft widersprüchlichen Aussagen und Versprechungen um sich werfen. Perfekte Bedingungen für extremistische Bündnisse, welche die Unsicherheit der Menschen aktiv nutzen und den Hass weiter schüren. Ich denke, es ist falsch mit dem Finger auf „die bösen Impfgegner“ und „die Extremisten“ zu zeigen. Denn die empfundene Ungerechtigkeit ist ein Produkt unserer gesellschaftlichen und der herrschenden wirtschaftlichen Strukturen. Zu lange schon wird die Spaltung der Gesellschaft in zwei Gruppen stillschweigend toleriert und akzeptiert. Und ich meine damit nicht in „Geimpfte“ und „Ungeimpfte“. Nein, ich meine damit die Teilung zwischen Wohlstand und dem Leben am Rand der Gesellschaft. Im Grunde genommen geht es bei vielen der Protestanten meiner Meinung nach nicht um die Impfung an sich. Es geht darum, dass sich immer mehr Menschen in diesem Land nicht gehört fühlen. Dass sie unter finanziellen Sorgen und einer fehlenden Teilnahme am gesellschaftlichen Leben leiden. Und diese Situation hat sich in den Zeiten der Corona- Pandemie noch weiter zugespitzt und wird natürlich von den Drahtziehern der extremen Gruppierungen genutzt. Denn die Vertreter dieser Gruppierungen hören den Betroffenen vermeintlich zu, wenn auch nur zu eigennützigen oder politischen Zwecken. Und genau das, macht diese Gruppierungen so gefährlich. Die Vertreter suchen bewusst nach „den Unzufriedenen“ in unserer Gesellschaft. Sie verbreiten gezielt falsche Informationen, um die Standpunkte der Kritiker zu untermauern. Sie gewinnen vermeintliche Experten für sich, um ihre Argumentationen zu stützen. Denn, es ist immer einfach zu kritisieren, wenn man keine Verantwortung trägt. Doch wie man bei den Wahlergebnissen in den neuen Bundesländern gesehen hat, treffen die leeren Versprechungen bei immer mehr Menschen auf ein offenes Gehör. Und dagegen hilft auch kein „striktes und radikales Vorgehen“, jedenfalls nicht gegen die „Mitläufer“ dieser Gruppierungen. Auch Spaltung und Deklassierung sind unangebracht. Nur eine gezielte Aufklärung und die Einhaltung von politischen Versprechungen können diesen extremen Drahtziehern entgegenwirken. Und was noch viel wirksamer wäre, ist Toleranz, Respekt und vor allem Empathie für die Situation vieler Menschen dieses Landes.

 

Foto: Adobe/Stock@ MJ Fotografie

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PEOPLE

Musicaldarstellerin Kathy Savannah Krause im Interview

„Einen Plan B gab es nie“

Kathy Savannah Krause (39, Jahre) wusste schon früh, was sie will: Auf die Bühne. Mit neun Jahren nahm sie das allererste Mal an einem Kinder-Musical in ihrer Schule teil und von diesem Moment an stand für die in Bochum geborene halb Amerikanerin fest, was sie beruflich machen möchte. Ihre Mutter ermöglichte ihr  Gesangsunterricht und sie studierte zunächst mehrere Jahre Klassischen Gesang bevor sie mit 16 Jahren nach Hamburg zog zur Musicalausbildung, die sie später im Ausland u.a. in New York fortführte. Sie gewann live im Sat 1 Fernsehen mit ihrer Interpretation von „Time To Say Goodbye“ und gehörte zur deutschen Premierencast von Sir Andrew L. Webbers „Joseph“, bevor sie international mit „Rock meets Musical“ tourte.

In vier Sprachen interpretierte sie die Christine (Das Phantom der Oper), begeisterte lange Zeit das Publikum in Las Vegas und stand in Deutschland mit Kultrocker Udo Lindenberg auf der Bühne. Mit ihrem mehrsprachigen Rollenrepertoire gastierte die Sopranistin an renommierten Häusern wie der Königlichen Oper Kopenhagen. In der ARD-Fernsehaufzeichnung des Musicalhits „SnoWhite“ übernahm sie die Titelrolle des Schneewittchens auf der Bühne und vor der Kamera und als Patin des DEUTSCHEN KINDERSCHUTZ BUNDES singt sie die offizielle Hymne „Kinder ohne Schutz“. Kathy gastiert als Hauptdarstellerin seit mehreren Jahren bei der erfolgreichen Musicaltour „Die Nacht der Musicals“ und ist auf diversen Castalben zu hören. Seit 2018 spielt sie die Rheintochter in der Neuinszenierung des Musicalerfolgs „Der Ring“. Neben ihrer Bühnentätigkeit ist sie leitende Dozentin für Gesang und bilinguale Phonetik an den ausbildenden Akademien in Hamburg.

Frau Krause, die Corona-Krise hat Kulturschaffende hart erwischt, Engagements und somit auch Einnahmen sind weggebrochen. Allerdings sind Sie nicht untätig geblieben. Was haben Sie gemacht?

Als die Theaterproduktionen nicht mehr spielen durften, konnten die ausbildenden Akademien ihren Betrieb unter den hygiene Regeln ja recht schnell wieder aufnehmen. Ich hatte das Glück zumindest als Dozent und Coach durchweg arbeiten zu können. Und auch als Darstellerin habe ich nicht aufgehört an mir zu arbeiten, zu trainieren und die erzwungene Auszeit positiv zu nutzen. Anders wäre es auch nicht möglich jetzt sofort wieder in die Produktionen einzusteigen nach fast zwei Jahren.

Sie haben einmal gesagt, dass es für Sie nie einen Plan B zu Ihren beruflichen Plänen gab. Haben Sie diese Entscheidung jemals bereut?

Nein, diese Entscheidung habe ich nie bereut. Ich darf meine Leidenschaft hauptberuflich ausüben, das ist ein absolutes Privilleg und ich bin sehr dankbar dafür! Für diesen Traum arbeitet man unermüdlich an sich als Darsteller. Bühne ist eine Entscheidung und der Weg nicht immer einfach.Ich würde es immer wieder genauso machen.

Mussten Sie schon einmal darüber nachdenken aus dem Künstlerinnenleben auszusteigen?

Mit dieser Frage wurden während Pandemie unendlich viele grossartige Kollegen konfrontiert. Ich persönlich habe nie darüber nachgedacht auszusteigen. Als Künstler lernt man zu improvisieren und aus den unmöglichsten Umständen lebende Momente und neue Optionen zu schaffen. Man stellt sich jeden Abend nicht nur dem Publikum, sondern auch sich selber immer wieder aufs Neue und ich bin als Mensch eher positiv und zielorientiert. Anpassen, adaptieren und Lösungen finden ist immer mein erster Ansatz.

Streaming-Konzerte werden immer wieder heiß diskutiert. Was ist ihre persönliche Haltung zu diesen Angeboten?

Ich finde es ist ein sehr schmaler Grad zwischen einer tollen unplugged Performance und einem gefilmten Liederabend in einem Wohnzimmer. Einige Kollegen haben sehr schöne online Konzepte inkl. Ticketing entwickelt und Fans wie Musikliebenden durch die isolierte Zeit viel Freude gemacht, dass fand ich grossartig. Ich habe meine Performance lieber auf der Bühne gelassen und gewartet bis live Konzerte möglich waren.

Welche Art von Unterstützung wünschen Sie sich für Kulturschaffende in der Zukunft?

Das unsere Existenzen und Arbeitsplätze nie wieder als ein in Kauf genommener „kollateral Schaden“ unter politischer Entscheidungen für unfassbare zwei Jahre stillgelegt werden können. Und das Künstler, die an nicht- subventionierten Häusern/Produktionen arbeiten, gleichermaßen angemessen finanziell unterstützt werden. Es gibt zu grosse Lücken und massive Unterschiede in der Absicherung und Beihilfe Regelung für freischaffende Künstler.

Was sind Ihre nächsten beruflichen Ziele? Welche Rolle wäre für Sie noch einmal eine Herausforderung und würden Sie gern spielen?

Ich hatte das Glück in wundervollen Hauptrollen und grossartigen Shows auf der ganzen Welt auf der Bühne stehen zu dürfen.  Ich freue mich auf die aktuell anstehenden Produktionen wie das Musical „DER RING-das Nibelungenmusical„ am Deutschen Theater München und die Wiederaufnahmen der beiden Tourproduktionen „die Nacht der Musicals“ und „The Spirit of Freddie Mercury“. Alles Weitere lasse ich auf mich zukommen und freue mich auf neue Herausforderungen…eine Evita zum Beispiel.

Auf der Bühne zu arbeiten ist körperlich fordernd. Wie bereiten sich Musicaldarsteller darauf vor, dass sie diesen Ansprüchen eines Tages vielleicht nicht mehr gewachsen sind?

Es ist wichtig seine stimmlichen und körperlichen Grenzen zu kennen. Nichts fällt schwerer als eine Vorstellung abzusagen oder abgeben zu müssen weil man krank ist. Singt oder tanzt man über eine nicht auskurierte Verletzung hinweg kann permanenter Schaden entstehen und man fällt über Monate aus. Es gibt keine Altersgrenze für die gesunde Stimme auf der Bühne. Man muss sich natürlich fit halten und in seiner Performance mit der Zeit gehen, dass ist bei uns so wie in jedem  Beruf. Ansonsten habe ich eine klare Meinung und sage dies auch immer wieder zu meinen Schülern: Die einzigen Ansprüche denen man gewachsen sein muss sind die eigenen.

Wie halten Sie sich fit?

Ich habe eine kleine Gym Ecke in meinem Appartement, wo ich täglich trainiere. Wenn ich auf Tour bin habe ich ein kleines Equipment dabei. Sport gehört für mich zum Tagesablauf auch wenn ich abends auf der Bühne stehe. Ich mache das aber lieber konzentriert mit mir statt in einem Studio und gucke dabei gern die Lieblingsserie.

Wie motivieren Sie sich, um durch schwere Zeiten zu kommen und Rückschläge zu verkraften?

Meine Familie und ein harmonisches Zuhause sind für mich der Rückzugsort wo ich mich ausruhe, Kraft tanke und neue Motivation finde. Bei jedem von uns gehen die Reserven mal zu Ende und ich finde es wichtig, dass man sich Zeit nimmt eine Situation stehen zu lassen, statt mit dem ersten Impuls sofort gegen zu reagieren. Als Künstler hat man einen hohen Anspruch an sich selbst, trotzdem läuft nicht jede Vorstellung glatt, nicht jeden Abend sitzt jeder Ton, auch den Versiertesten von uns passieren Fehler auf der Bühne und wir gehen immer noch zu Vorsingen ohne die Rolle später zu bekommen. Rückschläge sind Teil meines Berufes und der täglichen Arbeit eines jeden der diesen Beruf anstrebt. Und na klar, ärgert man sich darüber! Aber ein Rückschlag ist keine Bewertung der ganzen bisherigen Arbeit, sondern eine Momentaufnahme. Man kann es nur beim nächsten Mal anders machen und lernen selbstverständlicher mit sich und Fehlern umzugehen.

Titelfoto: © Christian Glock

Performance Fotos ©Die Nacht der Musicals