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BEAUTY / STYLE Kolumne-Katrin

Demnächst regelmäßig in der CityGlow: Katrin Wrobel

Im Jahr 2002 wurde sie Miss Germany, danach startete sie als Moderatorin, Schauspielerin und Model erfolgreich durch. Katrin Wrobel hat aber auch noch eine ganz andere Seite: egal ob backen, kochen, stricken oder lesen – „irgendwie bin ich immer am fummeln“, sagt die 44-Jährige über sich selbst. Auf ihrem Blog katrin-backt.de findet man unzählige Rezepte. Von Blechkuchen über Cupcakes und Windbeutel bis hin zu Brot und Brötchen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Das Besondere daran: Katrin hat auch diverse glutenfreie und lactosefreie Rezepte im Repertoire, die jeder schnell und einfach nachbacken kann.

Liebe Katrin, in Zukunft wirst du deine lactose- und glutenfreien Rezepte auch in der CityGlow veröffentlichen, woher nimmst du die Inspiration für immer neue Backideen?

Zunächst freue ich mich auf die CityGlow , das Team und die Leser.  Ideen zu Rezepten werden aus geschmacklicher Neugierde geboren. Durch die kleine Einschränkung meiner Glutensensibilität und der Laktoseintoleranz möchte ich auch beim Nachtisch oder Kaffeekränzchen auf nichts verzichten. Ergo experimentiere ich so lange an Rezepten, bis diese funktionieren und schmecken, heraus kommen also kleine feine Köstlichkeiten, die nicht zu süß oder mächtig sind und dennoch eine Wohltat für den Gaumen und schnell gegessen sind.

Wie bist du auf die Idee gekommen, auch mal ohne Gluten und Lactose zu backen?

Ich bin laktoseintolerant, und noch vor einigen Jahren war das Angebot an laktosefreien Produkten oder Alternativen recht überschaubar. Damals musste ich auf so Einiges verzichten. Heute ist die Bandbreite an laktosefreien Produkten vielfältiger. Nun kam vor einigen Jahren die Glutensensiblität hinzu und zack ging das Gefummel nach schmeckenden Rezepten wieder los. Ich möchte mit meinen Rezepten Einsteigern in diese Backwelt Mut machen, Gluten- und laktosefrei bedeutet nicht geschmacksfrei.

Auf deinem Blog schreibst du selber, dass viele Mehlersatzprodukte nicht schmecken. Wie hast du herausgefunden, welche Produkte dann doch ganz gut funktionieren?

Sie schmecken nicht, weil der Anteil an Maisstärke, Maismehl oder Reismehl sehr hoch oder der Hauptbestandteil ist. Das schmeckt nun mal nach nichts, ist aber ein preiswerter Füllstoff.

Mittlerweile gibt es in Deutschland einige Firmen, die zusätzlich zum Beispiel Buchweizenmehl, Kastanienmehl oder Goldhirsemehl als Geschmacksträger in diese fertigen Mehlmischungen einbinden. Das schmeckt dann am Ende wirklich gut, je nach Rezept 😉

Welches Rezept empfiehlst du absoluten Backanfängern als Einstieg?

Kommt darauf an, worauf die Person Appetit hat. Bei mir steht derzeit hoch im Kurs „Bananen Käsekuchen“, ein Rezept welches schnell und unkompliziert umgesetzt werden kann und ganz ohne Mehl auskommt. Kleiner Tipp: wenn die kleinen Kuchen aus dem Ofen kommen, kurz abkühlen lassen, mit Karamellsoße übergießen, dazu eine Kugel Vanilleeis mit einer Prise Zimt.  Kleine Geschmacksexplosion 😉

Und welches den ganz ungeduldigen Hektikern in der Küche?

Oha, Hektik in der Küche führt meiner Erfahrung nach zu Unfällen, und das Ergebnis wird dann meist nicht wie gewünscht. Aber jeder kennt es, Dingdong und es steht spontan Besuch an. Für solche Notfälle empfehle ich einen Klassiker – Marmorkuchen. Ist fix angerührt und schmeckt immer 

Wenn du zu Hause tatsächlich so viel backst wie Rezepte auf deinem Blog zu finden sind … Wer isst das alles auf?

Mit den Jahren habe ich dazu gelernt und backe nicht mehr wie früher mit meiner Oma zusammen riesige Mengen an Kuchen, sondern Anlass- und Appetit-bezogen. Will heißen, wenn der Kuchen „nur“ für uns ist (meinen Mann und unsere Tochter), dann backe ich mit kleinen Formen. Somit bleibt nichts übrig, und es wird auch nichts weggeschmissen. Kündigt sich Besuch an, dann kommen die größeren Backformen ab 26 cm Durchmesser oder Backbleche zum Einsatz. Sollte dann etwas übrigbleiben, wird der Kuchen entweder eingefroren oder dem Gast mitgegeben.

Auf welche Projekte, außerhalb der Küche, freust du dich in diesem Jahr?

Ich freue mich auf neue Kooperationen mit dem Backblog, dass ich wieder auf Firmenveranstaltungen moderieren darf (Live und digital) und auf eine schöne Zeit mit der CityGlow.

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Kolumne-Inga

Falsche Freunde

Die Begegnungen mit anderen Menschen sind nicht immer positiv. Jeder von uns hat diese Erfahrung gemacht und Freundschaften geführt, die einem unterm Strich eher „Schaden“ als „Nutzen“ gebracht haben. Diese Menschen kann man mit dem berühmten „Wolf im Schafspelz“ vergleichen. Sie heucheln einem anderen Menschen Freundschaft, Loyalität und Respekt vor. In Wirklichkeit ist jedoch eher das Gegenteil der Fall. Statt zusammenzuhalten, werden Gerüchte geglaubt oder gar noch verbreitet. Es dauert oft eine Zeit, bis man „das wahre Gesicht“ mancher Menschen erkennt. Denn die meisten Personen gehen im Grunde erstmal von dem Guten im Menschen aus. Wer langjährige Freundschaften führt, der weiß von der Bedeutsamkeit des „Geben und Nehmens“. Man weiß, dass man viel in eine Freundschaft investiert, da diese eine wichtige und wertvolle Konstante im Leben darstellt. So stellt es im ersten Moment kein Problem dar, zu helfen und der anderen Person den ein oder anderen Gefallen zu tun. Man geht gemeinsam essen- natürlich lädt man seinen Gegenüber gerne ein. Ein Umzug oder eine Renovierung steht an? Natürlich ist man dabei und hilft, wo man kann. Doch irgendwann kommt ein komisches Gefühl auf. Denn während man selbst hilft, gibt und konstant für die andere Person da ist, so erweist sich „der Freund“ eher als eine Art Nutznießer. Freunde können nämlich unheimlich praktisch sein, insbesondere wenn diese über Fähigkeiten verfügen, die man selbst nicht besitzt oder wofür die eigene Motivation einfach nicht ausreicht. Eine willkommene Entlastung im Alltag so ein Kumpel.

Woran man falsche Freunde gut erkennen kann, ist Neid. Ein Mensch, der einen wirklich mag und respektiert, dieser ist nicht neidisch. Im Gegenteil: Man freut sich gegenseitig füreinander. Falsche Freunde dagegen können es nicht ertragen, dass sein Gegenüber etwas besitzt, was er selbst nicht hat. Das hat etwas mit der Persönlichkeitsstruktur dieser Menschen zu tun. Neid entsteht immer dann, wenn Menschen sich mit anderen vergleichen. Neid basiert aus einer Mischung von Minderwertigkeitsgefühlen, Feindseligkeit und Ärger. Der Vergleich mit anderen Menschen dient der Person eigentlich zur Selbstwerterhöhung. Doch es gibt nun mal Menschen, die einem selbst auf den ersten Blick überlegen sind. Der Erfolg anderer schürt in dem von Minderwertigkeitskomplexen geplagten Menschen unangenehme Gefühle und konfrontiert diesen damit, dass er nun mal nicht „der Größte“ ist. Neidische Menschen erkennt man daran, dass sie Erfolge anderer Leute kleinreden. Denn andere Personen haben „nur Glück“ und „gute Ausgangsmöglichkeiten“ und dadurch Erfolg. Der Einzige, der wirklich etwas leistet, ist die eigene Person. Erkennt man diese Charaktereigenschaft bei einem „Freund“ sollte man wachsam bleiben. Denn solche Personen neigen dazu, einem die eigenen Erfolge und Errungenschaft kleinzureden. Mehr noch, sie versuchen auch ihre Freunde auszubremsen. Denn ihr Selbstbild wird durch erfolgreiche Menschen in ihrer Umgebung erschüttert. Sich mit dem anderen über seine Erfolge freuen? Fehlanzeige…. Ein weiteres wichtiges Indiz für falsche Freunde ist, dass sie für Hilfe immer eine Gegenleistung einfordern. In diesem Fall sollte man vorsichtig sein. Auch ständiges Lästern über andere Personen im Bekanntenkreis ist ein Warnsignal. Denn wer ständig über Dritte herzieht, der lässt bestimmt auch an mir kein gutes Haar- natürlich sobald man selbst den Raum verlassen hat. Von den eigenen besonderen Fähigkeiten möchte ein falscher Freund profitieren. Fahren sie ein großes Auto? Besitzen Sie ein schönes Haus? Der falsche Freund sonnt sich gerne in ihrem Licht und genießt die Vorzüge, die sie ihm bieten können.

Die Erkenntnis viel Zeit in eine falsche Freundschaft investiert zu haben, dauert oft eine Zeit. Wichtig ist es, auf sich selbst aufzupassen und sich Grenzen zu setzen. Denn nur ein stabiles Selbstbewusstsein und die Verfolgung der eigenen Werte geben uns die Kraft, uns von toxischen Freundschaften zu lösen und diese zu beenden.

Foto: @adobe/stock-byswat

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Kolumne-Inga

In der Krise… Die Auswirkungen einer Pandemie

Sollte nicht durch die Impfung alles besser werden? Sollte die Pandemie nicht endlich besiegt sein? Der Unmut in der Bevölkerung wächst. Tagtäglich erscheinen Berichte über Proteste gegen die Corona-Maßnahmen und die Radikalisierung der Impfgegner. Auf der einen Seite erschreckend. Insbesondere, da radikale Bevölkerungsgruppen immer mehr neue Mitglieder gewinnen. Gerade in den neuen Bundesländern zeigt sich eine deutliche Radikalisierung und ein Zulauf für rechte Strukturen. Doch warum neigen Menschen in Zeiten der Krise zur Radikalisierung? Eine mögliche Erklärung liefert die Unsicherheits- Identitätstheorie. Der Theorie nach neigen Menschen beim Verspüren von Unsicherheit zur Radikalisierung und zur Unterstützung von extremen Gruppierungen, da sie sich in ihrem Selbstverständnis und in ihren Werten bedroht fühlen. Das Ziel dabei ist es, die verspürte Unsicherheit zu reduzieren oder auch der Wut und dem Ungerechtigkeitsempfinden entgegenzuwirken. Es ist eigentlich logisch, dass gerade in diesen Zeiten extreme Gruppierungen an Zuwachs gewinnen. Denn diese kritisieren das System und liefern plausible und „angenehme“ Antworten auf die Probleme der Menschen. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Menschen die Pandemie sehr hart getroffen hat- und immer noch trifft. Eine Familie zu ernähren ist bei den immer weiter steigenden Kosten für die Grundexistenz heutzutage nicht einfach. Nicht zu selten, ist jeder einzelne Euro verplant. Der Fall in die Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit bedeutet für viele Menschen den sozialen Absturz. Einige Branchen sind seit vielen Monaten so stark belastet und eingeschränkt, dass es vielen Betroffenen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Ich denke insbesondere an die Künstler, Gastonomen, Veranstalter und Solo- Selbstständigen, die Tag für Tag kämpfen und ihr Lebenswerk vor sich in Scherben liegen sehen. Die Angst um die Existenz ist quälend und zermürbend.

Gerade in den neuen Bundesländern ist der Unmut seit Jahren sehr hoch. Deutlich schlechtere wirtschaftliche Strukturen, niedrigere Löhne, geringere Rentenansprüche und eine hohe Arbeitslosigkeit sind der Nährboden für Unsicherheit und Unzufriedenheit in diesen Regionen. Und nun auch noch diese langandauernde Krise und politische Vertreter, die mit oft widersprüchlichen Aussagen und Versprechungen um sich werfen. Perfekte Bedingungen für extremistische Bündnisse, welche die Unsicherheit der Menschen aktiv nutzen und den Hass weiter schüren. Ich denke, es ist falsch mit dem Finger auf „die bösen Impfgegner“ und „die Extremisten“ zu zeigen. Denn die empfundene Ungerechtigkeit ist ein Produkt unserer gesellschaftlichen und der herrschenden wirtschaftlichen Strukturen. Zu lange schon wird die Spaltung der Gesellschaft in zwei Gruppen stillschweigend toleriert und akzeptiert. Und ich meine damit nicht in „Geimpfte“ und „Ungeimpfte“. Nein, ich meine damit die Teilung zwischen Wohlstand und dem Leben am Rand der Gesellschaft. Im Grunde genommen geht es bei vielen der Protestanten meiner Meinung nach nicht um die Impfung an sich. Es geht darum, dass sich immer mehr Menschen in diesem Land nicht gehört fühlen. Dass sie unter finanziellen Sorgen und einer fehlenden Teilnahme am gesellschaftlichen Leben leiden. Und diese Situation hat sich in den Zeiten der Corona- Pandemie noch weiter zugespitzt und wird natürlich von den Drahtziehern der extremen Gruppierungen genutzt. Denn die Vertreter dieser Gruppierungen hören den Betroffenen vermeintlich zu, wenn auch nur zu eigennützigen oder politischen Zwecken. Und genau das, macht diese Gruppierungen so gefährlich. Die Vertreter suchen bewusst nach „den Unzufriedenen“ in unserer Gesellschaft. Sie verbreiten gezielt falsche Informationen, um die Standpunkte der Kritiker zu untermauern. Sie gewinnen vermeintliche Experten für sich, um ihre Argumentationen zu stützen. Denn, es ist immer einfach zu kritisieren, wenn man keine Verantwortung trägt. Doch wie man bei den Wahlergebnissen in den neuen Bundesländern gesehen hat, treffen die leeren Versprechungen bei immer mehr Menschen auf ein offenes Gehör. Und dagegen hilft auch kein „striktes und radikales Vorgehen“, jedenfalls nicht gegen die „Mitläufer“ dieser Gruppierungen. Auch Spaltung und Deklassierung sind unangebracht. Nur eine gezielte Aufklärung und die Einhaltung von politischen Versprechungen können diesen extremen Drahtziehern entgegenwirken. Und was noch viel wirksamer wäre, ist Toleranz, Respekt und vor allem Empathie für die Situation vieler Menschen dieses Landes.

 

Foto: Adobe/Stock@ MJ Fotografie

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PEOPLE

Musicaldarstellerin Kathy Savannah Krause im Interview

„Einen Plan B gab es nie“

Kathy Savannah Krause (39, Jahre) wusste schon früh, was sie will: Auf die Bühne. Mit neun Jahren nahm sie das allererste Mal an einem Kinder-Musical in ihrer Schule teil und von diesem Moment an stand für die in Bochum geborene halb Amerikanerin fest, was sie beruflich machen möchte. Ihre Mutter ermöglichte ihr  Gesangsunterricht und sie studierte zunächst mehrere Jahre Klassischen Gesang bevor sie mit 16 Jahren nach Hamburg zog zur Musicalausbildung, die sie später im Ausland u.a. in New York fortführte. Sie gewann live im Sat 1 Fernsehen mit ihrer Interpretation von „Time To Say Goodbye“ und gehörte zur deutschen Premierencast von Sir Andrew L. Webbers „Joseph“, bevor sie international mit „Rock meets Musical“ tourte.

In vier Sprachen interpretierte sie die Christine (Das Phantom der Oper), begeisterte lange Zeit das Publikum in Las Vegas und stand in Deutschland mit Kultrocker Udo Lindenberg auf der Bühne. Mit ihrem mehrsprachigen Rollenrepertoire gastierte die Sopranistin an renommierten Häusern wie der Königlichen Oper Kopenhagen. In der ARD-Fernsehaufzeichnung des Musicalhits „SnoWhite“ übernahm sie die Titelrolle des Schneewittchens auf der Bühne und vor der Kamera und als Patin des DEUTSCHEN KINDERSCHUTZ BUNDES singt sie die offizielle Hymne „Kinder ohne Schutz“. Kathy gastiert als Hauptdarstellerin seit mehreren Jahren bei der erfolgreichen Musicaltour „Die Nacht der Musicals“ und ist auf diversen Castalben zu hören. Seit 2018 spielt sie die Rheintochter in der Neuinszenierung des Musicalerfolgs „Der Ring“. Neben ihrer Bühnentätigkeit ist sie leitende Dozentin für Gesang und bilinguale Phonetik an den ausbildenden Akademien in Hamburg.

Frau Krause, die Corona-Krise hat Kulturschaffende hart erwischt, Engagements und somit auch Einnahmen sind weggebrochen. Allerdings sind Sie nicht untätig geblieben. Was haben Sie gemacht?

Als die Theaterproduktionen nicht mehr spielen durften, konnten die ausbildenden Akademien ihren Betrieb unter den hygiene Regeln ja recht schnell wieder aufnehmen. Ich hatte das Glück zumindest als Dozent und Coach durchweg arbeiten zu können. Und auch als Darstellerin habe ich nicht aufgehört an mir zu arbeiten, zu trainieren und die erzwungene Auszeit positiv zu nutzen. Anders wäre es auch nicht möglich jetzt sofort wieder in die Produktionen einzusteigen nach fast zwei Jahren.

Sie haben einmal gesagt, dass es für Sie nie einen Plan B zu Ihren beruflichen Plänen gab. Haben Sie diese Entscheidung jemals bereut?

Nein, diese Entscheidung habe ich nie bereut. Ich darf meine Leidenschaft hauptberuflich ausüben, das ist ein absolutes Privilleg und ich bin sehr dankbar dafür! Für diesen Traum arbeitet man unermüdlich an sich als Darsteller. Bühne ist eine Entscheidung und der Weg nicht immer einfach.Ich würde es immer wieder genauso machen.

Mussten Sie schon einmal darüber nachdenken aus dem Künstlerinnenleben auszusteigen?

Mit dieser Frage wurden während Pandemie unendlich viele grossartige Kollegen konfrontiert. Ich persönlich habe nie darüber nachgedacht auszusteigen. Als Künstler lernt man zu improvisieren und aus den unmöglichsten Umständen lebende Momente und neue Optionen zu schaffen. Man stellt sich jeden Abend nicht nur dem Publikum, sondern auch sich selber immer wieder aufs Neue und ich bin als Mensch eher positiv und zielorientiert. Anpassen, adaptieren und Lösungen finden ist immer mein erster Ansatz.

Streaming-Konzerte werden immer wieder heiß diskutiert. Was ist ihre persönliche Haltung zu diesen Angeboten?

Ich finde es ist ein sehr schmaler Grad zwischen einer tollen unplugged Performance und einem gefilmten Liederabend in einem Wohnzimmer. Einige Kollegen haben sehr schöne online Konzepte inkl. Ticketing entwickelt und Fans wie Musikliebenden durch die isolierte Zeit viel Freude gemacht, dass fand ich grossartig. Ich habe meine Performance lieber auf der Bühne gelassen und gewartet bis live Konzerte möglich waren.

Welche Art von Unterstützung wünschen Sie sich für Kulturschaffende in der Zukunft?

Das unsere Existenzen und Arbeitsplätze nie wieder als ein in Kauf genommener „kollateral Schaden“ unter politischer Entscheidungen für unfassbare zwei Jahre stillgelegt werden können. Und das Künstler, die an nicht- subventionierten Häusern/Produktionen arbeiten, gleichermaßen angemessen finanziell unterstützt werden. Es gibt zu grosse Lücken und massive Unterschiede in der Absicherung und Beihilfe Regelung für freischaffende Künstler.

Was sind Ihre nächsten beruflichen Ziele? Welche Rolle wäre für Sie noch einmal eine Herausforderung und würden Sie gern spielen?

Ich hatte das Glück in wundervollen Hauptrollen und grossartigen Shows auf der ganzen Welt auf der Bühne stehen zu dürfen.  Ich freue mich auf die aktuell anstehenden Produktionen wie das Musical „DER RING-das Nibelungenmusical„ am Deutschen Theater München und die Wiederaufnahmen der beiden Tourproduktionen „die Nacht der Musicals“ und „The Spirit of Freddie Mercury“. Alles Weitere lasse ich auf mich zukommen und freue mich auf neue Herausforderungen…eine Evita zum Beispiel.

Auf der Bühne zu arbeiten ist körperlich fordernd. Wie bereiten sich Musicaldarsteller darauf vor, dass sie diesen Ansprüchen eines Tages vielleicht nicht mehr gewachsen sind?

Es ist wichtig seine stimmlichen und körperlichen Grenzen zu kennen. Nichts fällt schwerer als eine Vorstellung abzusagen oder abgeben zu müssen weil man krank ist. Singt oder tanzt man über eine nicht auskurierte Verletzung hinweg kann permanenter Schaden entstehen und man fällt über Monate aus. Es gibt keine Altersgrenze für die gesunde Stimme auf der Bühne. Man muss sich natürlich fit halten und in seiner Performance mit der Zeit gehen, dass ist bei uns so wie in jedem  Beruf. Ansonsten habe ich eine klare Meinung und sage dies auch immer wieder zu meinen Schülern: Die einzigen Ansprüche denen man gewachsen sein muss sind die eigenen.

Wie halten Sie sich fit?

Ich habe eine kleine Gym Ecke in meinem Appartement, wo ich täglich trainiere. Wenn ich auf Tour bin habe ich ein kleines Equipment dabei. Sport gehört für mich zum Tagesablauf auch wenn ich abends auf der Bühne stehe. Ich mache das aber lieber konzentriert mit mir statt in einem Studio und gucke dabei gern die Lieblingsserie.

Wie motivieren Sie sich, um durch schwere Zeiten zu kommen und Rückschläge zu verkraften?

Meine Familie und ein harmonisches Zuhause sind für mich der Rückzugsort wo ich mich ausruhe, Kraft tanke und neue Motivation finde. Bei jedem von uns gehen die Reserven mal zu Ende und ich finde es wichtig, dass man sich Zeit nimmt eine Situation stehen zu lassen, statt mit dem ersten Impuls sofort gegen zu reagieren. Als Künstler hat man einen hohen Anspruch an sich selbst, trotzdem läuft nicht jede Vorstellung glatt, nicht jeden Abend sitzt jeder Ton, auch den Versiertesten von uns passieren Fehler auf der Bühne und wir gehen immer noch zu Vorsingen ohne die Rolle später zu bekommen. Rückschläge sind Teil meines Berufes und der täglichen Arbeit eines jeden der diesen Beruf anstrebt. Und na klar, ärgert man sich darüber! Aber ein Rückschlag ist keine Bewertung der ganzen bisherigen Arbeit, sondern eine Momentaufnahme. Man kann es nur beim nächsten Mal anders machen und lernen selbstverständlicher mit sich und Fehlern umzugehen.

Titelfoto: © Christian Glock

Performance Fotos ©Die Nacht der Musicals

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Kolumne-Inga

Die Sache mit der Doppelmoral…

Viele Menschen haben klare Wertvorstellungen. Das ist gut, denn Werte und Normen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft.  Unter Werten versteht man Eigenschaften, die der individuelle Mensch für erstrebenswert hält. Es handelt sich also um bewertende Gedanken, die eine Art Maßstab für „gut“ und „schlecht“ darstellen. Werte sind für uns Menschen wichtig. Sie dienen uns zur Orientierung in der Gesellschaft und haben einen maßgeblichen Einfluss auf das menschliche Miteinander. Daher bin ich immer wieder überrascht, wie oft Menschen gegen ihre eigenen Prinzipien verstoßen. Sei es eine kleine Lüge hier, oder der Regelverstoß da. Jeder von uns übertritt Tag für Tag Grenzen. Und der gerade entsetzt mit dem Kopf schüttelt, sollte einen kurzen Moment in sich gehen und mal ganz ehrlich zu sich selbst sein. Besonders fallen Wertverstöße bei Menschen in der Öffentlichkeit auf. Während wir selbst meist unbehelligt bleiben, sind insbesondere Politiker bei moralischen Verstößen oft lange Zeit in den Medien. Ist klar, denn wer oft in seinen Reden die „Moralkeule“ rausholt, der braucht sich bei Fehltritten nicht über Kritik zu wundern. In vielen Reden der Politik wird über die Wichtigkeit der Menschen unseres Landes philosophiert. Gerade zu Zeiten des Wahlkampfs wird immer wieder betont, dass nun endlich „Gerechtigkeit geschaffen werden soll“. Problematisch an solchen Aussagen ist natürlich, dass man Gerechtigkeit nicht einfach erschaffen kann. Gerechtigkeit ist ein subjektives Gefühl. Die totale Gerechtigkeit werden wir nie erreichen. Denn verschiedene Menschen in verschiedenen Lebenslagen werden immer einen anderen Bezug zu Gerechtigkeit haben. Schon aus diesem Grund sind solche Aussagen oft mehr als problematisch. Denn Gerechtigkeit zu versprechen, ist unterm Strich schon schier unmöglich. Was ich noch problematischer finde, ist das perfekt moralische Bild vieler Menschen in der Öffentlichkeit- welches meist nur kurz aufrechtgehalten werden kann. Denn in Zeiten einer digitalen Welt, bleibt nichts lange geheim. Ich erinnere nur an eine Flugstrecke von 50km im Privatjet- nach der eindringlichen Forderung nach mehr Umweltbewusstsein. Je mehr wir unsere eigenen Werte hervorheben, desto unglaubwürdiger werden wir, wenn wir sie brechen. Wer immer wieder predigt, dass Liebe, Vertrauen und Ehrlichkeit die wichtigsten Bestandteile einer Beziehung sind und im Anschluss mit einem Profil auf „Tinder“ erwischt wird, der arbeitet stark an seiner Unglaubwürdigkeit. Doch wozu dieses ganze Theater? Wir alle, sind Menschen mit Bedürfnissen. Und diese Bedürfnisse stehen manchmal mit den moralischen Werten anderer Menschen im Konflikt. Anstatt zu lügen und ein „Scheinselbst“ aufzubauen, wäre es doch viel einfacher, zu diesen Bedürfnissen zu stehen. Natürlich dürfen gewisse Grenzen nicht überschritten werden und anderen Menschen kein Schaden entstehen. Doch, wer zu sich und seinen Bedürfnissen steht, der wirkt auf andere Menschen authentisch. Und das ist es, was uns immer mehr fehlt: Authentizität.

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Kolumne-Andre

Kommunikation in der Krise.

Krisenkommunikation, ein wichtiger Bestandteil der Agenturarbeit.
Fallstricke und Lösungsmöglichkeiten



Ein wichtiger Aufgabenbereich der täglichen Agenturarbeit wird vor allem in der Corona-Krise sichtbar: die Krisenkommunikation. Klingt dramatisch. Ist es meist auch. In vergangener Zeit konnte mit vereinzelten unzufriedenen Kundenbewertungen, einem schlechten Pressebericht oder sogar einem Shitstorm konfrontiert werden. Doch nun folgte mit der Pandemie eine nie dagewesene Herausforderung. Fordernd für alle Wirtschaftszweige. Grenzwertig für den Umgang mit Informationen und sensiblen Situationen, wie den Fortbestand des Unternehmens. Hier steht man durch das sich verändernde Pandemiegeschehen und der sich daraus verändernden Regeln unter Dauerfeuer. Wie man es in der digitalen Welt schon immer kennt, wird Unmut viel häufiger ausgesprochen, er ist emotionaler geladen, bringt Menschen auf und bewegt sie häufiger zu Reaktionen.

Nehmen wir einmal die 2-G Regel, diese traf auf sehr gespaltene Reaktionen in der Öffentlichkeit, ob nun zu Recht oder Unrecht, abgelehnt. Unternehmen, die sich anpassen, um ihrem Geschäftsbetrieb und den eigenen Mitarbeitern eine Perspektive zu bieten wurden angeprangert. Betreut man als Agentur also solche Social-Media Accounts hat man hier einiges zu tun. Oft hilft ein Dialog, um die angespannte Situation zu beruhigen, vereinzelt aber auch nicht.

Wenn aufgeheizte politische Diskussionen auf ein Unternehmen treffen, wird es kompliziert. Als Agentur ist es wichtig hier neutral zu handeln, im Interesse des Unternehmens. Zu erklären warum auf Basis welcher Informationen wie gehandelt wurde, sich aber nicht in eine politische Diskussion hineinziehen lassen. Allein diese Kommunikation nimmt viel Zeit in Anspruch, hinzu kommt der Kontakt zu seinen Agenturkunden, die durch neue Auflagen und Regeln ständig das Geschäftsmodell anpassen müssen. Es fordert ein höchst Maß an Anpassungsfähigkeit und Agilität.

Hier hat man als Agentur die nächste große Aufgabe. Die grafische und textliche Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen. Betriebe wie Diskotheken sind hier besonders stark betroffen, dürfen öffnen und müssen wieder schließen. Welche Regeln gelten für Restaurants und Bars. Hier heißt es Situation beobachten und vorbereitet sein, doch oft ist das nicht möglich. Die politischen Entscheidungen kommen oft sehr schnell, müssen im Anschluss klar und verständlich kommuniziert werden. Lässt man sich lange Zeit, füllt sich das Postfach mit Fragen, das Arbeitsvolumen steigt massiv an. Schnelle und Klare Aufklärung sind also nicht nur wichtig, sondern entlasten die eigene Arbeit. Nach einem ruhigen Sommer folgt nun ein herausfordernder Winter mit sich schnell ändernden Rahmenbedingungen. Lasst uns hoffen, dass wir gut durch diese Zeit kommen. Bleibt alle gesund!

Bildunterschrift

André Vaternam (l) und Martin Polomka, Inhaber des Palo Palo und der OSHO/Baggi (r) bei Abstimmungen zu Kommunikationsmaßnahmen